Vom Menschen zur KI – II


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Wie entstand das vorherrschende Bild von der Künstlichen Intelligenz?

Weit über einhundert Jahre prägten Sci-Fi Romane entscheidend unsere Vorstellungen über die Zukunft. Diese Rolle übernahmen seit den letzten Jahrzehnten zunehmend Film- und Serien-Produktionen der US-Traumfabrik.

Viele Sci-Fi Themen vergangener Tage sind für uns inzwischen Alltäglich. Andere Vorstellungen, wie das schnelle und bequeme Reisen in die Ferne, ist für Viele gelegentlich erlebbar. Von anderen Themen glauben wir, auch aufgrund fehlender eigener Erfahrung, sie seien Realität.

Die Geschichten eines Jules Verne wie Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer (1874), Eine schwimmende Stadt (1875) oder Reise um die Erde in 80 Tagen (1873) werden Manchem bekannt sein. Das die erste Geschichte Fünf Wochen im Ballon des französischen Autors Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – 1863 – veröffentlicht wurde mag inzwischen überraschen. Wie doch die Zeit vergeht …

So verwundert es wenig, dass die Sci-Fi Gemeinschaft sich den unerfüllten Themen unserer Tage zuwendet. Geprägt von den Interessen gesellschaftlicher Gruppen und dem vorherrschenden Zeitgeist strahlen die Gedanken, wie bereits in früheren Zeiten, in die Gesellschaft aus. Neben Utopi & Dystopie, in ihren zahlreichen Nuancen, hat sich die Robotik zusammen mit der Künstlichen Intelligenz (KI) als ein faszinierendes und zugleich erschreckende Thema unserer Zeit entwickelt.

Aufgegriffen werden die Themen Robotik & KI von der US-Traumfabrik unter anderem in den Filmen …

  • Blade Runner (1982 / 2017)
  • Terminator (1984 / 1991 / 2003 / 2009 / 2015)
  • RoboCop (1987 / 1990 /1993)

… sowie den Serien …

  • Star Trek: Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert (1987 – 1994)
  • Westworld (seit 2016)

Seinen Eingang fanden diese Themen in jüngerer Zeit ebenso in Filmen der Tatort-Reihe:

  • Tatort: HAL (28. August 2016)
  • Tatort: Echolot (30. Oktober 2016)
  • Tatort: KI (21. Oktober 2018)

Gedanken, welche mögliche Bilder auf die Zukunft projizieren, gab es gewiß schon immer. Begann es mit Geschichten am Lagerfeuer, später auf Märkten und dann auf Papier, so sind es heute foto-realischtisch animierte Filme. Blieb bis zu den Romanen der eigenen Phantasie etlicher Raum, so stellt die audio-visuelle Darstellung von Sci-Fi Erzählungen ein engeres Korsett dar. Darüber hinaus entsteht bei dieser Form der Erzählung ein vereinheitlichtes gesellschaftliches Narrativ.

Der Wechsel von der fiktionalen Bucherzählung zur multimedialen Bildschirmerzählung ging einher mit der technischen Entwicklung in der digitalen Bearbeitung von Graphik, Ton und Video. Die heutigen Möglichkeiten bieten ein nahezu unerschöpflich erscheinendes Repertoier, denen nur noch die Phantasie Grenzen setzt. Die stetig steigende Rechenleistung verkürzt zudem die Dauer der Umsetzung von Film-Projekten und läßt das Resultat noch näher an die Realität rücken.

Das in den Anfangstagen die Bewegtbilder im Lichtspielhaus heftige Auswirkungen auf das Publikum zeigten ist inzwischen nahezu in Vergessenheit geraten. Die von der Leinwand den Zuschauer entgegen rasende Dampflokomotive löste im Publikum Panik aus. Es erschien den Betrachtern zu realistisch.

Heute mögen wir über diese damalige Reaktion lachen. Die Meisten werden zustimmen, dass sie Sci-Fi Erzählungen von ihrem Alltag klar abgrenzen können. Reaktionen, wie in den frühen Kinotagen sind in unserer Gegenwart nicht mehr vorstellbar. Dafür sickern die Sci-Fi Visionen von Robotik und KI über die fiktiven Filme zu oft unbemerkt und unreflektiert in unsere Gedankenwelt. Die regelmäßige Wiederholung solcher Vorstellungen festigt diese Bilder.

Vor diesem unbewußten Mechanismus ist prinzipiell Keiner gefeilt, solange er nicht mit einen Schritt Abstand auf den Sachverhalt blickt und reflektiert. Im Alltag hindert uns zu oft die fehlende Zeit oder die Bequemlichkeit daran. Den Medienschaffenden ergeht es hierbei nicht anders. So kommt es, dass Gedanken aus der Sci-Fi Welt unhinterfragt ihren Eingang in Berichte und Reportagen finden und so das unbewußt vorhandene Bild beim Betrachter weiter verstärken. Hinzu kommt der Faktor Quote, welcher sich schon immer mit wagen Schreckenszenarien erzielen ließ. Eine sachliche Darstellung der Begebenheiten hingegen kommt nüchtern, mit technischen Vokabular und einer gewissen Komplexität daher. Für Viele erscheint dies zu langweilig.

Schilderungen von selbstständig agierenden Geräten und Leblosem, was zu Leben erweckt wird, gab es bereits in der Vergangenheit. An den außer Rand und Band geratenen Besen des Zauberlehrling von J. W. Goethe mögen sich Manche aus ihrer Schulzeit erinnern. Der Roman Frankenstein sowie die Golem-Erzählung dürfte Vielen, wenn häufig aus filmischer Darbietung, begegnet sein. Allen Drei gemeinsam ist, dass es sich um rein fiktive Geschichten handelt, wie wir sie in unseren heutigen Tagen aus der US-Traumfabrik präsentiert bekommen. Keines dieser Szenarien wurde trotz der verstrichenden Zeit Realität.


In den folgenden Teilen wird der Versuch unternommen das Themen-Umfeld der KI mit den Fragen zu beleuchten:


Frühere Beiträge aus dieser Themenreihe:


 

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