Vom Menschen zur KI – VI


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Auswirkungen – Nutzer und AGBs

Bei der Konfrontation mit Neuem oder Unbekanntem zeigen Menschen gegensätzliche Verhaltensmuster: von Neugier bis hin zur Fasination oder Bedenken, mitunter gar Furcht. Aus dem jeweilige Muster formieren sich Wohlwollen oder Ablehnung und verstärken häufig die vorherrschende Tendenz bis hin zur Verfestigung. Eine Neubewertung des Unbekannten fällt Menschen mit zunehmender Verfestigung schwerer, eine Beurteilung erfolgte bereits.

Die Loginisierung ruft in den Menschen eines dieser Muster hervor und es bedarf eines Lern- und Verständnispozesse in unserer Gesellschaft über die Vor- und Nachteile dieser neuartigen Technik und deren Möglichkeiten. Gewiss Loginen erleichtern den Alltag erheblich und erweitern selbstständiges Handeln von Menschen mit Einschränkungen. Für diese Möglichkeiten bilden die Daten des Einzelnen den geforderten Tribut. Auf der Strecke bleibt bei diesem Geschäftsmodel die Nachvollziehbarkeit über die Intention der Datenerfassung, die Zeitdauer der Speicherung und dem Speicherort. Was wiederum mit den gesammelten und gespeicherten Daten (zukünftig) geschieht und wer auf sie (zukünftig) Zugriff erhält bleibt ebenso in seiner Gesamtheit unbekannt.

Von juristischer Waffengleichheit zwischen kommerziellen Anbieter und Nutzern kann schon lange Zeit nicht mehr die Rede sein. Unzählige Juristen bringen ihre Expertise für die Anbieter ein und erschaffen endlose – für Nicht-Juristen unverständliche – AGBs. Die unregelmäßigen Änderungen und Ergänzungen tragen ihr übriges bei. Ein – leicht überlesbares – eingefügtes oder gestrichenes nicht gibt dem Text eine völlig andere Richtung. Nutzer sind selten in der Lage und Willens sich mit den AGBs und deren Änderungen in der Tiefe auseinander zu setzen. Statt von einer erteilten Zustimmung der AGBs durch die Nutzer zu sprechen wäre es sicher angebrachter dies als unverstandene Duldung zu bezeichnen.

Den Meisten dürfte inzwischen bekannt sein, daß bei der aktiven Nutzung von internetbasierten Diensten – wie Suchmaschinen oder verschiedensten Portalen – Daten der Nutzer erfaßt und gespeichert werden. Erstaunt wäre sicher die Eine oder der Andere, wird ihnen vor Augen geführt, welche Rückschlüsse diese Daten über sie liefern (sollen).

Weniger Beachtung findet die Datenerfassung von Gerätschaften, welche verbunden mit dem Internet munter ihre gesammelten Daten zum Hersteller übermitteln. Saugrobotor benötigen für ihr Werk einen Lageplan, welchen sie durch Versuch und Irrtum erstellen. So erhält der Hersteller – mitunter auch Partner – einen groben Einblick in die eigenen vier Wände. Kommen weitere internetbasierte Systeme – z.B. der Gebäudesicherheit oder Sprachassistenten wie Alexa – hinzu, entsteht ein weit umfassenderes Bild über die Nutzer und deren Domizil.

Gelangen Daten einmal in den Bestand von Unternehmen entziehen sie sich dem Einzelnen. Ohne Kenntnis über die erfassten sowie aus anderen Quellen hinzugeogenen Daten und den vorgenommenen Rückschlüssen ist eine Korrektur unmöglich, von einer Kontrolle gar zu schweigen. Im Nebel bleibt ebenso verborgen, welche Daten zukünftig in welcher Form verbunden werden und welche Rückschlüsse sich daraus ableiten lassen. Herren von Loginen glauben mitunter, daß ihre Algorithmen weit bessere Aussagen über Nutzer zu treffen vermögen als die Nutzer über sich selber. Hierbei können Loginen aus den Datensätzen eines Menschen nur ein Model erstellen. Wie weit sich ein solches Model an einen Menschen anzunähren vermag, ist wiederum ein anderer Aspekt.

Da diese Technik ihren Einzug schleichend und unsichtbar – somit fast unbemerkt – in unsere Gesellschaft und unseren Alltag nahm bleiben der Gesellschaft und dem Einzelnen die Möglichkeiten: (1) In den sauren Apfel zu beißen und zähneknirschend zu schlucken – (2) so asketisch wie irgend möglich sich gegenüber dieser Loginisierung zu verhalten – oder (3) ein gesellschaftliches Regelwerk für die beginnende Epoche der Loginisierung zu erstellen.

Ein juristisches Regelwerk zu diesem gesellschaftsrelevanten Themenfeld der Loginisierung befindet sich am Anfang. Erste Schritte im Datenschutz und der Kennzeichnung erfolgten. Ohne die gebotenen Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten beschmutzen diese Gedanken aber nur sinnlos Papier.


In den folgenden Teilen wird der Versuch unternommen das Themen-Umfeld der KI mit den Fragen zu beleuchten:


Frühere Beiträge aus dieser Themenreihe:


 

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