Vom Menschen zur KI – X


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Auswirkungen – Perspektiven

In den letzten Jahrzehnten veränderte sich unser Alltag umfassend. Vieles Neue, welches wir aus Märchen unserer Kindertage kennen – wie den Zauberspiegel – eröffnete uns ein riesiges Repertoire. Parallel fanden immer wieder heftige Auseinandersetzungen über die Nutzung dieser Hilfsmittel statt. Zum Teil mit enormen Sanktionen – wie Haftstrafen – für manche Beteiligten. Ein Ende dieses Streitens und Ringens – um die Form der Nutzung – zeichnet sich bisher nicht ab. Loginen und Logimaten bieten ein umfassendes Potential für einen gesellschaftlichen Wandel. Manche mögen hierbei von Revolution – in Erinnerung an die industrielle Revolution – sprechen. Die gegenwärtig stattfindenden Veränderungen besitzen ein weitaus größeres Potential. Das Potential einer fundamentalen gesellschaftlichen Weiterentwicklung: einer Evolution.

In den Bereichen Logistik & Transport & Handel sowie der Produktion bestimmt diese Entwicklung zunehmend den Arbeitsalltag. Beherrschte genwärtig die angebotsorientierte Produktion unsere Wirtschaft, so bieten diese Inovationen das Fundament für eine nachfrageorientierte Ökonomie. In zahlreichen Werken transportieren Loginen Bauteile aus dem Lager zur Fertigung. In Krankenhäusern befördern Loginen das Essen im Haus zwischen der Annahme und Station. Erste Pilot-Projekte zu autonom fahrenden Bussen laufen in Deutschland an. Bisher noch mit menschlicher Begleitung und einem Stop-Knopf. Bei erfolgreicher Pilotierung gehört diese Begleitung sicher zeitnah zur Vergangenheit. Wann im urbanen Raum oder auf Schnellstraßen autonome Fahrzeuge verkehren läßt sich noch nicht datieren. In weiter Ferne scheint dieser Zeitpunkt nicht zu liegen. Die mit diesem Wandel ausgelöste Welle dürfte die meisten Mitarbeiter der Transport-Branche kalt und unvorbereitet überrollen. Brummi- und Taxi-Fahrer, Mitarbeiter von Lieferdiensten sowie des ÖPNV dürfen dann feststellen, daß ihre Fähigkeiten nur noch bei speziellen Aufgabenstellungen – wie dem Schwerlasttransport oder VIP-Beförderung – auf Nachfrage stoßen. Bieten die Betreiber von autonomen Fahrzeugen – wie PKWs – die Nutzung zu annehmbaren Preisen an, dürften die Betreiber von Parkhäusern in Innenstädten sich gezwungen sehen über neue Geschäftskonzepte nachzusinnen. Abstellorte für PKWs entwickeln sich zu einem Relikt vergangener Zeiten. Umsichtigen Stadtkämmerern bereiten solche Aussichten ebenso Sorge. Die Einnahmen aus Parkautomaten und vergebenen Knöllchen beginnen zu versiegen und neue Quellen bedürfen der Erschließung. Anstelle endloser Parkstreifen am Straßenrand reichen für autonome Fahrzeuge zukünftig Haltebereiche. Ein solches Szenario bietet den Verkehrsplanern in Städten das Potenzial den bisherigen Parkstreifen für Rad- und Scooter-Fahrer zu erschließen.

Neben dem einschneidenen Nachteil des Arbeitsplatzverlustes für zahlreicher Menschen und versiegenden Einnahmequellen für Städte bietet dieser Wandel für die Gesellschaft, Unternehmen sowie den Menschen erkennbare Vorteile. Neben der ausbleibenden Parkplatzsuche in Städten sowie der Vergangenheit angehörenden ärgerlichen Knöllchen besteht die Aussicht einer Kostenersparnis durch Wegfall von Versicherung, Steuer und Unterhalt eines Fahrzeuges. Wer keinen PKW über den Tag mehrmals in der Woche benötigt, darf nachrechnen. Als weiterer Vorteil zeichnet sich eine 24 Stunden Zustellung an 7 Tagen der Woche zur Wunschzeit ab. Loginen verrichten zu jeder Zeit ihre Tätigkeit, ob 11 Uhr Vormittages oder 3 Uhr Nachts. Für Menschen, welche kein Fahrzeug steuern dürfen oder können – wie Kinder, Kranke oder Betagte – erhöht sich der Aktionsradius und die Selbstständigkeit. Gleichfalls entlastet diese neue Möglichkeit ihr Umfeld durch den Wegfall von Fahrdiensten. Zudem eröffnet der Wegfall zahlreicher Arbeitsplätze der Gesellschaft und den einzelnen Menschen eine ungeahnte Vielzahl an Optionen sich mit ihren Fähigkeiten und Interessen sinnvoll einzubringen und somit ein erfülltes und zufriedenes Leben zu führen.

Reicht heute die Reservierung eines Tisches im Restaurant, um dann aus einer langen Liste an Gerichten zu wählen, kann künftig die Menü-Auswahl mit der Reservierung einher gehen. Ebenso kann ein solcher Wandel frische Erzeugnisse im Handel – wie Backwaren oder Gemüse – betreffen. Kunden dürfen frische Backwaren per App oder Webseite beim Bäcker bestellen. Für spontane Käufe bleibt aufgebackene Tiefkühlware. Damit entfällt das Beimengen der unverkauften Brote des Vortages zum Teig, um Kosten zu reduzieren. Ein solcher Wandel bei schnell verderblichen Lebensmitteln reduziert eine Produktion für den Müll. Gleichfalls steigt die Qualität und wer krumme Gurken mag kann diese erwerben. Die Kette setzt sich fort. Bieten die Läden schnell Verderbliches auf Bestellung an, reduziert sich der Transportverkehr. Das überbordene Anliefern entfällt, um es anschließend für die Entsorgung abzuholen.

Die Möglichkeiten der Logistik bieten dem Handel und Verkauf die Chance völlig neue Konzepte zu realisieren und sich somit neu zu erfinden. Anstelle von endlosen Regalen – welche Käufer leeren, damit Mitarbeiter diese im Akkord wieder befüllen – betreten Kunden Ausstellungsräume oder nutzen Online-Shops. Verkäufer präsentieren in den Showrooms Interessenten Produkte und deren Möglichkeiten. Statt dem Einkaufswagen dient ein Smart Device als Begleiter, um die zu kaufenden Produkte auf die Liste zu setzen. Mit dem Abschluß der Einkaufsliste im Ausstellungsraum oder Online-Shop beginnt im automatisierten Warenlager die Entnahme der Artikel aus den Regalen und das Zusammenstellen. In der Ausgabe erhält der Kunde seine Artikel zur Prüfung und Mitnahme nach erfolgter Bezahlung. Öffnungszeiten für die Abholung gehören der Vergangenheit an. Es gilt 24 Stunden 7 Tage die Woche. Rein technisch ließe sich das so eben Beschriebene längst realisieren. Bleibt die Frage, warum große (Warenhaus-)Ketten bisher keinen ersten Schritt in diese Richtung gehen. Neben den Filialen betreiben sie einen Online-Shop und ermöglichen es den Interessenten nicht, sich Produkte in eine Filiale zu bestellen, um diese bei gefallen zu erwerben. Unternehmen mit technischen Sortiment bzw. Artikeln aus der Kommunikationselektronik praktizieren dies seit Jahren. Ebenso weist die Internetpräsenz eines Möbelhauses mit skandinavischen Wurzeln die Anzahl der vorrätigen Artikel in einer Filiale aus.

Treiben die bisher geschilderten Entwicklungen Unternehmen bzw. finanzstarke Kreise voran, so zeigt die Vergangenheit, das Einzelne und erst recht Gruppen von einfachen Menschen angestrebte Ziele zu erreichen vermögen. Die Erschaffung einer Logine stellt kein Hexenwerk dar. Ein Einzelner kann die grundlegende Programmierung realisieren. Für die Befüllung der Logine mit den notwendigen Daten bedarf es Vieler. Wikipedia oder Stokfoto-Portale sowie Blogs legen Zeugnis ab, wie durch Sachwarmintelligenz diese und ähnliche Vorhaben Unterstützung finden und sich weiter entwickeln. Manche Vorhaben stecken noch in den Kinderschuhen. Plattformen – wie Facebook – sagten Einige bereits mehrfach den Gang in die Bedeutungslosigkeit voraus. Andere Portale stellten ihren Dienst ein und hinterließen uns ihre Erfahrungen.

… und warum soll es zukünftig keine Logine geben, welche die Bürger bei den Anträgen an die staatlichen Einrichtungen umfassend mit Kommentaren und Videos unterstützt? Wieso jammern Verbände oder Mitglieder – wie aus dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband über die Reise- und Übernachtungs-Portale im Internet – anstelle selber eine Logine für ihre Mitglieder auf die Beine zu stellen? Apps zu den Benzin-Preisen an den Tankstellen führten es vor. Meldeten Anfangs Kunden und Unterstützer dieser Apps die Preise, so übermitteln heute die Tankwarte die Preise an eine Zentrale. Die Apps greifen per Schnittstelle auf diese Daten zu. Die Einführung eines Gesetzes verpflichtete die Tankwarte und Konzerne zu dieser Übermittlung. Ob es ohne die ersten Tankstellen-Apps ein solches Gesetzt gäbe bleibt ein Geheimnis. Jeglicher Einfluß abzustreiten dürfte sich als ungerechtfertigt herausstellen.

Hier und heute stehen uns eine Vielzahl an Werkzeugen zur freien Verfügung, welche geradezu auf das Ergreifen warten. Angefangen bei den vom W3C standartisierten Sprachen – wie HTML oder SVG –  bis hin zu zahlreichen OpenSource Projekten – wie Linux, PHP oder Wiki. Unzählige Portale und Plattformen bauen auf diese Grundlagen auf – wie wikipedia, youtube oder Facebook. Andere Dienste – wie Messanger oder Discord – bieten uns einen Austausch in Echtzeit. All dies eröffnet Jedem von uns einen riesigen Wissens- und Erfahrungsschatz. Zu sagen – alles Wissen ließe sich im Netz finden – trifft nicht zu. Bisher wächst der Wissens- und Erfahrungsschatz mit jedem Tag wie ein wilder ungeordneter Haufen. Für kreative Geister bietet dieser Schatz bereits einen riesigen Fundus an Gedanken und Inspirationen. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit läßt erwarten, daß mit zunehmender Zeit sich in diesem riesigen Haufen Strukturen bilden, um hilfreiche und zeitlose Informationen schneller und zielgerichteter aufzufinden.

Hinzu gesellet sich die gerade in die Breite gehende Entwicklungen des 3D-Drucks. Nicht immer dient ein Kunststoff als Material. Kreative Köche und Konditoren wissen diese Möglichkeit inzwischen zu schätzen. Ebenso Architekten und Bauherren, welche Betonwände mit dieser Technik drucken. Ebenso beginnt die VR-Technik sich auszubreiten. Neben den Virtuellen Welten zeichnen sich die Vorteile der erweiterten Realität bereits ab. Museen & Ausstellungen sowie touristische Hotspots – wie historische Städte – laden zunehmend Besucher zur selbstständigen Entdeckung mit SmartDevice ein. Im Arbeitsleben findet die Technik der erweiterten Realität längst ihren Einsatz bei der Wartung von Anlagen und Maschinen sowie in der Forschung und Planung. Von den beim Militär seit langem genutzten Helmen für Kampfflieger – wie den MiG-Piloten – ganz zu schweigen. Nach den biegsamen Displays von smarten Telefonen und Tablets dürfte als folgende Killer-Applikation die 3D-Hologramm-Technik für Displays – wenn bisher nur in Labors und Forschungeseinrichtungen anzutreffen – ihren Einzug halten. Jeder darf gespannt erwarten, wie mit dieser Technik ein Fußballspiel oder gar eine Naturreportage sich dem Betrachter präsentiert.


In den folgenden Teilen wird der Versuch unternommen das Themen-Umfeld der KI mit den Fragen zu beleuchten:

  • Rückblick – Wie konnte dies geschehen?
  • Rückblick – Vergangene gesellschaftliche Umbrüche
  • Ausblick – Dystopie
  • Ausblick – Utopie
  • Fazit

Frühere Beiträge aus dieser Themenreihe:


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