RT Deutsch – Zutritt für Frauen verboten: Was Frauen in Russland noch untersagt ist


Am 08.03.2020 veröffentlicht

Alle Bürger der ehemaligen sozialistischen Staaten wissen, dass jeweils am 8. März der Internationale Frauentag begangen wird. Viele Leute wissen, dass dieser Tag mit dem Kampf für die Frauenrechte verbunden ist. Aber nur wenige Leute wissen, dass es mindestens drei Auffassungen gibt, warum sich der 8. März zu einem besonderen Tag entwickelt hat. Dabei ist keine dieser drei Erklärungen absolut glaubwürdig.

Die gängigste Auffassung geht auf einen sogenannten „Marsch der leeren Töpfe“ am 8. März 1857 zurück, als Mitarbeiterinnen von Textilfabriken in New York gegen niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen protestiert haben.

Eine weniger populäre Version lautet, dass Clara Zetkin – aus welchem Grund auch immer – beschlossen hat, den Internationalen Frauentag für das jüdische Purimfest anzuberaumen. Das Fest erinnert an die Königin Ester und die Errettung des jüdischen Volkes in der persischen Diaspora.

Der wohl skandalösesten Erklärung zufolge habe sich Clara Zetkin zu ihrem Kampf von Prostituierten in den USA inspirieren lassen. Diese hätten sich dafür eingesetzt, dass Seeleute endlich ihre Heuer ausbezahlt bekämen und somit Dienstleistungen der Liebesdienerinnen bezahlen könnten. Demnach hätte Clara Zetkin selbst ähnliche Protestaktionen durchgeführt, indem sie mit ihrer Freundin Rosa Luxemburg Prostituierte auf die Straßen deutscher Städte gebracht hätte. Ihre Forderung soll demnach gewesen sein, der Polizeiwillkür gegenüber Prostituierten ein Ende zu setzen. In der sowjetischen Geschichtsschreibung wären diese Sexarbeiterinnen später ganz allgemein als Arbeiterinnen bezeichnet worden.

Wie dem auch sei, die fortschrittlich gestimmten Frauen kämpften für ihre Rechte und den Anführern der sozialistischen Bewegung war ihre Solidarität wichtig.

Die Historikerin Larissa Danilenko analysierte sowjetische Artikel zum Internationalen Frauentag, die in den letzten beiden Jahren des Zweiten Weltkrieges erschienen waren. Sie kam zu dem Schluss, dass der Feiertag damals überwiegend Frauen gewidmet war, die in männlichen Berufen erfolgreich waren. Der Festtag stand in der Sowjetunion sogar in einem gewissen Widerspruch zu dem Geist der Gleichberechtigung, nachdem im Jahr 1974 eine Liste von 456 Berufen erstellt worden war, die eine Frau nicht ausüben durfte. Mehr darüber erfahren Sie in dieser Folge von „Einmal in Russland“.

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